Workshops vormittags
Freitag, 16. April,
9.15 Uhr bis 10.45 Uhr:
Kategorie 1
- 1.1 Selbstbestimmte Teilhabe durch Persönliches Budget
- 1.2 Ohne Recht und ohne Teilhabe? Kinder und Jugendliche in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität
- 1.3 Inclusion international
- 1.4 Selbstkontrolle und Frühintervention in der Suchthilfe – SKOLL Bundesmodellprojekt 2009 - 2011
11.00 Uhr bis 12.30 Uhr:
Kategorie 2
- 2.1 Oft ein Problem: der Umgang mit Geld. Gegenmaßnahmen durch das Präventionsnetzwerk Finanzkompetenz
- 2.2 "Wohnst Du nur oder lebst Du schon…?" Bezahlbares Wohnen für alle – in einem lebenswerten Umfeld und Quartier
- 2.3 Bedingungsloses Grundeinkommen: Vollendung oder Abschaffung des Sozialstaates?
- 2.4 Genesis GmbH: eine Gesellschaft – viele Möglichkeiten
Workshop 1.1 Selbstbestimmte Teilhabe durch Persönliches Budget
In vielen Bereichen ist eine Trendwende weg von der Fürsorge hin zur Dienstleistungsbeziehung zu erkennen. Sozialleistungsempfänger werden damit zu selbstbewussten Kunden. Dieser Veränderung müsste die leistungsrechtliche Praxis durch den Wechsel vom Sachleistungs- zum Geldleistungsprinzip folgen.
Die Einführung des Persönlichen Budgets ist die Nagelprobe dafür, ob dieses neue Verhältnis zwischen anspruchberechtigten Bürgern und staatlicher Agentur überhaupt
gewünscht ist. Vor Jahren schon sind unterschiedliche Modellversuche in verschiedenen Bundesländern ins Leben gerufen worden.
Verwertbare Ergebnisse z.B. für die Behindertenhilfe und Psychiatrie liegen allerdings nur in Rheinland-Pfalz vor.
Alle bisherigen Erfahrungen zeigen jedoch: Ja, in den meisten Fällen wird die selbstbestimmte Teilhabe durch die Einführung
des Persönlichen Budgets verbessert!
- Warum aber ist das Persönliche Budget kein Erfolgsmodell?
- Können und sollen Leistungsanbieter der Wohlfahrtsverbände das Persönliche Budget befördern?
Diesen Fragen gehen wir in diesem Workshop auf den Grund.
Referent:
- Winfried Weber , Geschäftsführer der St. Hildegardishaus gGmbH, Düngenheim
Moderation:
- Dr. Franz Fink, Referatsleiter Altenhilfe, Behindertenhilfe und Gesundheitsförderung, DCV
Workshop 1.2 Ohne Recht und ohne Teilhabe? Kinder und Jugendliche in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität
Das Leben von Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität in Deutschland ist geprägt von Recht- und Schutzlosigkeit, Unsicherheit, Ängsten und besonderer Verletzbarkeit. Kinder und Jugendliche ohne legalen Aufenthaltsstatus sind davon besonders stark betroffen. Sie sind eines der extremsten Beispiele von Personen, die nahezu keine Teilhabe und nur wenige Rechte haben. Die wenigen Rechte, die sie haben, können sie oftmals nicht durchsetzen.
In dem Workshop soll insbesondere folgenden Fragen nachgegangen werden:
- Mit welchen Problemen sind Kinder und Jugendliche in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität konfrontiert?
- Wie stellt sich die Situation von Kindern und Jugendlichen in der Illegalität hinsichtlich Teilhabe und Recht sowie Rechtsdurchsetzung dar?
- Welche Folgen ergeben sich aus dem Ausschluss für die Kinder und Jugendlichen und für die Gesellschaft?
- Wie kann man diesem Personenkreis Teilhabe und Selbstbestimmung zurückgeben?
- Was kann bzw. muss dabei auf politischer Ebene geschehen?
- Was kann die Gesellschaft und die Caritas dazu beitragen?
Dokumentation:
Referent:
- Pater Martin Stark SJ ; Jesuiten-Flüchtlingsdienst Deutschland (JRS) www.jesuiten-fluechtlingsdienst.de
Moderation:
- Frau Pinar Abut ; Journalistin beim WDR
- Tobias Mohr, Referent im Referat Migration und Integration des Deutschen Caritasverbandes
Workshop 1.3 Inclusion international
Rund 600 - 800 Millionen Menschen sind infolge geistiger und/oder körperlicher Beeinträchtigungen durch physische oder gesellschaftliche
Grenzen weltweit eingeschränkt. Rund 80% von ihnen leben in Entwicklungsländern. Da sich die sozioökonomischen Gegebenheiten
in den Ländern unterscheiden, sind auch die Ursachen und Folgen von Behinderung/ Beeinträchtigung verschieden. Im März 2009
ist die UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen in Deutschland in Kraft getreten und hat ein klares Signal zur Stärkung und
Weiterentwicklung der Rechte und Belange behinderter Menschen gesetzt. In vielen Staaten der Welt ist der Ratifizierungsprozess
auf einem guten Weg. Die praktische Umsetzungsfrage wird allerdings ein langer und schwieriger Prozess werden.
Caritas international unterstützt Projekte, die für Menschen mit Behinderung würdigere und bessere Lebensbedingungen schaffen.
Dabei helfen gemeinwesenorientierte Konzepte: Angehörige, Nachbarn, Freunde betreuen und fördern behinderte Menschen. Ärzte,
Institutionen und Behörden werden ebenfalls miteinbezogen. Die Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist
auch für die Caritas in Deutschland ein Arbeitsfeld, das die Potenziale des Gemeinwesens immer stärker gewichtet.
Community based rehabilitation (= CBR)-Programme in Vietnam sowie in Indonesien und die Initiative des CBP e.V. „Lokale Teilhabekreise“ sind Beispiele, wie Gemeindeorientierung als ein Grundprinzip für „Selbstbestimmte Teilhabe“
in der Praxis wirken kann. Unter dem CBR Motto strengt derzeit die weltweite Caritasgemeinschaft unter Federführung von Caritas
international die Gründung eines „Caritas CBR Asien Forums“ an, in dem es um Austausch, kollegiale Beratung und gemeinsames
Lernen geht.
Der Workshop zeigt anhand der genannten Projektbeispiele wie trotz der unterschiedlichen Voraussetzungen mit ressourcenorientierten
Ansätzen das gleichberechtigte Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen, sowohl in Deutschland als auch in
Vietnam/ Indonesien, besser gelingt.
Dokumentation:
- Handout: Inklusion international
- Präsentation: Matrix Community based rehabilitation
- Präsentation: Am Leben in der Gemeinde teilhaben (Vortrag von Herrn Pinner)
- Präsentation: Community based rehabilitation (von Frau Wolting)
Referent(inn)en:
Roelie Wolting , Beraterin, Caritas international www.caritas-international.de
Christine Wegner-Schneider , Länderreferentin Caritas international
Frank Pinner, Referent CBP
Moderation:
Dr. Hinz, Geschäftsführer CBP und längjähriger Projektleiter bei CI
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Workshop 1.4 Selbstkontrolle und Frühintervention in der Suchthilfe – SKOLL Bundesmodellprojekt 2009 - 2011
Das SKOLL-Selbstkontrolltraining ist ein manualgestütztes Instrumentarium, das im Rahmen der Frühintervention bei Suchtmittelkonsum bzw. verhaltensbezogenem Problemverhalten zum Einsatz gelangt. SKOLL fördert das Risikobewusstsein. Die Verantwortung für das eigene Verhalten und die eigene Gesundheit wird gestärkt. Ziel von SKOLL ist es, die Betroffenen selbst zu Experten ihres Konsumverhaltens zu machen.
SKOLL wurde vom Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V. entwickelt und wird nun an 23 Standorten bundesweit eingesetzt.
Die Evaluation und wissenschaftliche Begleitung wird über das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sichergestellt.
Im Workshop wird das Projekt vorgestellt und beleuchtet.
Dokumentation:
- Präsentation: Bundesmodellprojekt Selbstkontrolltraining (SKOLL)
Referentin: Sabine Bösing , SKOLL Bundesmodellkoordinatorin
Moderation: Stefan Bürkle, DCV
Workshop 2.1 Oft ein Problem: der Umgang mit Geld. Gegenmaßnahmen durch das Präventionsnetzwerk Finanzkompetenz
Vorgestellt wird das Präventionsnetzwerk "Finanzkompetenz", das mit derzeit über 120 Mitgliedern eine Plattform für Maßnahmen und Aktionen zur Schuldenprävention aufgebaut hat und die Akteure in diesem Feld miteinander vernetzt. Beispielhaft präsentiert wird das erfolgreiche Projekt "Süßes Leben – überquellende Kinderzimmer. Konsumbewusste Erziehung der Kinder" des Caritas-Zentrums Innenstadt in München.
Dokumentation:
- Präsentation: Süßes Leben - überquellende Kinderzimmer
- Präsentation: Präventionsnetzwerk Finanzkompetenz
Referentinnen und Referenten:
- Helga Gabler , Caritaszentrum Innenstadt Schuldner- und Insolvenzberatung München
- Christine Steinle , Caritaszentrum Innenstadt Schuldner- und Insolvenzberatung München
- Werner Just , Katholischer Verband für soziale Dienste, Fach- und Koordinierungsstelle der verbandlichen Schuldnerberatung
Moderation:
- Martina Feulner, Arbeitsstelle Hauswirtschaftliche Dienstleistungen im Referat Altenhilfe, Behindertenhilfe und Gesundheitsförderung im DCV
Workshop 2.2 "Wohnst Du nur oder lebst Du schon…?" Bezahlbares Wohnen für alle – in einem lebenswerten Umfeld und Quartier
Eine der Menschenwürde entsprechende Teilhabe ist ohne Wohnung nicht möglich. Teilhabe ist aber auch dann eingeschränkt, wenn
die Wohnung kaum Platz bietet, nur als "Behausung" dient oder in einem abstiegsbedrohten Stadtviertel liegt.
Damit einher gehen Fragen wie:
- Entwickelt sich eine neue Wohnungsnot in Deutschland?
- Wird soziale Ausgrenzung über das Wohnumfeld verfestigt?
- Oder gibt es gerade "im Quartier" Ansätze zur ihrer Überwindung?
In diesem Workshop sollen aktuelle Entwicklungen auf den Wohnungsmärkten in Deutschland dargestellt und deren Auswirkungen auf die Wohnungsversorgung von sozial benachteiligten Haushalten mit besonderem Unterstützungsbedarf dargestellt werden. Auf dieser Grundlage sollen sozial- und wohnungspolitische Strategien der Kommunen und Handlungsansätze der Caritas entwickelt und diskutiert werden. Diese sollen dazu beitragen, eine bedarfsgerechte Wohnversorgung und damit Teilhabe für "alle" in diesem elementaren Versorgungsbereich zu erreichen.
Dokumnetation:
- Beitrag: Teilhaben - Teilsein. Bezahlbares Wohnen im Quartier. (von Herrn Sellner)
Referent:
- Andreas Sellner , Leiter der Abteilung Gefährdetenhilfe, Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.
Moderation:
- Renate Walter-Hamann, Leiterin des Referates Basisdienste und Besondere Lebenslagen, DCV
Workshop 2.3 Bedingungsloses Grundeinkommen: Vollendung oder Abschaffung des Sozialstaates?
Auf den ersten Blick ist das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens attraktiv. Jeder Bürger bekommt ohne Bedarfsprüfung und Vorleistungen von der Gesellschaft einen Betrag überwiesen, mit dem er auf niedrigstem Niveau leben kann. Erst ab einem gewissen Einkommen greift die Steuer. Der Charme: Die ganze Sozialbürokratie kann eingespart werden. Ehrenamtliche oder künstlerische Arbeit wird endlich gewürdigt. Niemand muss unter entwürdigenden Bedingungen arbeiten. Doch:
- Ist diese Vision umsetzbar?
- Was sind die Kosten?
- Wer bleibt auf der Strecke?
- Werden die bisher individuell bemessenen Hilfen für Jugendliche oder Menschen mit Behinderung, die weit über dem Grundeinkommen liegen, noch gewährt?
- Welche Wirkungen hat das Grundeinkommen auf Heranwachsende und ihre Motivation, eine qualifizierte und langwierige Ausbildung auf sich zu nehmen?
Im Workshop werden diese Fragen kontrovers aus volkswirtschaftlicher und sozialethischer Perspektive diskutiert.
Dokumentation:
- Präsentation: Das Beispiel des "Solidarischen Bürgergelds" (Vortrag von Prof. Dr. Schramm)
- Präsentation: Das Grundeinkommen auf dem Prüfstand der christlichen Sozialethik /Vortrag von Prof. Dr. Kruip)
Referenten:
- Prof. Dr. Gerhard Kruip , Professor für Sozialethik an der Universität Mainz
- Prof. Dr. Michael Schramm , Universität Hohenheim, Fg. Katholische Theologie und ihre Didaktik sowie Wirtschaftsethik, Stuttgart
Moderation:
- Norbert Ellert, Stiftung Katholische Altenhilfe im Bistum Hildesheim
Workshop 2.4 Genesis GmbH: eine Gesellschaft – viele Möglichkeiten
Genesis GmbH – das bedeutet Gemeinnützige neue Servicegesellschaft in Solingen. Die Genesis GmbH ist eine Gesellschaft, die viele Möglichkeiten bietet: Beschäftigung Schwerbehinderter
in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, echte Integration in alle Arbeitsbereiche, Vernetzung mit Partnern.
Wir bieten:
- Beschäftigung Schwerbehinderter in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft
- Echte Integration in alle Arbeitsbereiche
- Vernetzung mit Partnern
Mehr zu unseren Serviceleistungen und was das Besondere an dieser Servicegesellschaft ist, erfahren Sie im Workshop.
Dokumentation:
- Präsentation: Eine Gesellschaft - viele Möglichkeiten. Genesis GmbH.
Referentin: Annette Schäfer , Genesis GmbH
Moderation: Birgit Wollinger, Genesis GmbH