Gesine Schwan

Blumen für die Rednerin: Caritaspräsident Peter Neher bedankt sich bei Gesine Schwan

Blumen für die Rednerin: Caritaspräsident Peter Neher bedankt sich bei Gesine Schwan.

 
Reden beim Caritaskongress 2010  

Durch Teilhabe die Gesellschaft mitgestalten

Video der Rede von Professorin Dr. Gesine Schwan

Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan machte in ihrer Rede zum Auftakt des Caritaskongresses deutlich, dass Teilhabe mehr ist als der Anspruch „auch irgendwie dabei zu sein“.

Das Recht der Teilhabe sei verbunden mit der Verpflichtung jedes einzelnen sich zu informieren, zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.
In einer Demokratie gehe es darum, gemeinsam eine Vorstellung des Gemeinwohls zu entwickeln und individualistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Jeder müsse Verantwortung übernehmen, „aber eben nicht nur für sich und seine Interessen. Entscheidungen müssen gemeinsam getroffen werden.“

Demokratie lebt von der Mitbestimmung

Schwan wies darauf hin, dass es immer wieder „Trittbrettfahrer und Mitläufer“ in einer Demokratie gebe. Jeder müsse sich aber bewusst machen, dass der Staat vom Gestaltungswillen und der Mitbestimmung freier Bürgerinnen und Bürger lebe. Es genüge nicht, Unzufriedenheiten mit Entwicklungen in Politik und Gesellschaft zu beklagen – jeder und jede sei aufgefordert sich selbst einzubringen und Veränderungen zu bewirken.

Liebe muss Motor der Teilhabe sein

Schwan betonte, dass die Verantwortung des Einzelnen aus christlicher Sicht auch bedeute, für andere Menschen mit einzustehen. Das gelinge, wenn der Motor der Teilhabe die Liebe sei. Sie verbinde die Menschen untereinander und sorge dafür, dass Teilhabe nicht auf einer funktionalen Ebene stehen bleibe.

Teilhabe von hilfebedürftigen Menschen dürfe keine Fiktion bleiben. Sie müsse ernst gemeint sein und auf Partnerschaftlichkeit basieren. „Die Art der Ansprache ist entscheidend.“ Nur dadurch könne die latente Demütigung vom Helfenden zum Hilfeempfänger überwunden werden.