- Teilhabe ist möglich - Teilhabe ist nötig
Rede von Caritaspräsident Peter Neher beim Jahresempfang des Deutschen Caritasverbandes 2010 in Berlin - Webauftritt der Teilhabeinitiative
Menschen bei der Wahrnehmung der Teilhabe unterstützen
Bundestagspräsident Lammert, Erzbischof Zollitsch
und Caritaspräsident Neher (von links).
Mehr als 600 Gäste aus Politik, Kirche und Caritas kamen zum Jahresempfang des Deutschen Caritasverbandes ins Berliner Kongresszentrum.
Caritaspräsident Dr. Peter Neher erklärte in seiner Ansprache, weshalb die Teilhabe aller Menschen aktueller Schwerpunkt der
Caritas ist.
„Keine Gesellschaft kann es sich dauerhaft leisten, Teile ihrer Mitglieder auszugrenzen oder am Rande stehen zu lassen“, sagte
Neher. Die Caritas ist deshalb für eine aktive Arbeitsmarkpolitik, die neue Perspektiven für Menschen mit eingeschränkten
Leistungspotenzialen schafft. „Sie haben auch mit den gängigen Förderinstrumenten keine Chance auf dem Arbeitsmarkt und somit
kaum Teilhabechancen. Die Caritas setzt sich deswegen für den Erhalt des sozialen Arbeitsmarktes ein und tritt seiner Einschränkung
entschieden entgegen.“
Lammert: Mehr Geld bringt nicht mehr Teilhabe
Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert wies in seiner Rede darauf hin, dass in Deutschland noch nie so viel Geld für staatliche Transferleistungen ausgegeben wurde wie heute. „Die Erhöhung dieses Etats führt allerdings nicht automatisch zu mehr Teilhabe.“ Es gelte, die Menschen in der Wahrnehmung ihrer Teilhabe zu unterstützen. Lammert betonte, dass der Rechtsanspruch auf ein Leben ohne existenzbedrohende materielle Sorgen „nicht nur ein Appell ist, sondern ein einklagbarer Anspruch aller“. Die Sicherung der sozialen Teilhabe dürfe der Staat nie ganz an gesellschaftliche Organisationen wie die Caritas abtreten. „Allerdings darf er das aber auch nicht als eine allein staatliche Aufgabe sehen.“
Zollitsch: Pflege alter Menschen mehr wertschätzen
Die Lacher hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, auf seiner Seite. Er berichtete von einem Gespräch mit Papst Benedikt über die aktuelle Caritaskampagne, in deren Mittelpunkt alte Menschen stehen: „Ich sagte ihm, es gehe um unsere Generation“, worauf der Papst dies für sich bestätigte, den 71-jährigen Erzbischof aber noch nicht dazu zählen wollte. Zollitsch betonte in seiner Ansprache, dass es eine wichtige Aufgabe sei, das Verständnis der Generationen füreinander zu stärken. Die Kampagne der Caritas zeige sehr gut die Potentiale alter Menschen, aber auch die Verletzlichkeit und Endlichkeit des Lebens. Zollitsch plädierte dafür, die Pflege alter Menschen mehr wertzuschätzen – sowohl in den Familien als auch in den Einrichtungen.